Kurzkonzept | J. MAYER. H
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Vor langer Zeit, um 1985, entdeckte die Welt das Ozonloch, und so wandelte sich unser Denken über die Zukunft. Von nun an stehen Konsum, Produktion und Mobilität auf dem Spiel. Mit dem Aufkommen digitaler Technologien zu Beginn des 21. Jahrhunderts und mit Elektrizität als Hauptenergieversorgungsquelle werden unsere Städte von nun an ohne Umweltverschmutzung und Staus wachsen; grün, sauber, ruhig und effizient. Zukunftsvisionen haben schon immer Anlass gegeben zu Spekulationen über Formen der Mobilität. Im 20. Jahrhundert entstanden spielerische, manchmal sogar naive Visionen von fliegenden Autos und Stadtgebieten unter Wasser. Andere sahen neue Methoden vor, Galaxien zu umfliegen, Ausflüge ins Zentrum der Erde zu unternehmen, das Eintauchen in Unterwasserwelten, Zeitreisen, Sprünge durch Universen und Dimensionen, Tele- Transport, das Injizieren in den menschlichen Körper und eine Reise durch seinen Blutstrom. Vielleicht werden |
wir auf lange Sicht diese magischen Beförderungsarten erleben, doch die naheliegende Zukunft dürfte vorerst fast unsichtbar daherkommen. Die individuelle Mobilität der Zukunft wird eng mit der Entwicklung von digital erweiterten städtischen Räumen verbunden sein, mit fahrerlosem Verkehr und individuell angepasstem Datenaustausch zwischen dem menschlichen Körper und seiner Umgebung. Der Verkehr ist nun in ständiger Bewegung, ein fortlaufender Strom, parkende Fahrzeuge sind überflüssig. Fußgängerzonen gewinnen den Raum zurück, den sie an Autos abtreten mussten. Dies wird Auswirkungen auf sozialem, wirtschaftlichem und ökologischem Gebiet haben. Monitoring-Technologien werden die Stadt und ihre Bewohner in einen Datenstrom verwandeln und so die Grenzen zwischen Körper, Auto und Architektur weitgehend auflösen. Aus den digitalen Technologien werden sich neue Formen der Wahrnehmung entwickeln, die jedem |
Einzelnen erlauben, ausgewählte Aspekte der Stadt zuzulassen oder abzulehnen. Das Auto wird sich wandeln von einer Blickmaschine hin zu einem Wahrnehmungsvehikel, das sich geschickt und „intelligent“ seinen Weg sucht und für sinnliche Erfahrungen sorgt. Bei Fahrten durch die Stadt rückt unser Erleben in den Vordergrund, so dass wir auf ganz neue Weise mit dem städtischen Umfeld interagieren können. Und dennoch, es besteht immer die Chance, dass alle Systeme überraschend kollabieren, doch das treibt uns an und zwingt uns dazu, zu improvisieren, Neues zu erfinden und nach vorne zu schauen. Wenn sich Städte bis dahin erneut als flexibel, anpassungsfähig, verwandelbar und überlebensfähig erwiesen haben, dann werden wir erneut wieder unter einer geschlossenen schützenden Ozonschicht leben, glücklich bis ans Ende. |

J. MAYER. H. Architects, © AUDI AG

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Jürgen Mayer H.